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Der Verein

SCHLADMINGER TURNERLIED
(Textdichter unbekannt)

Wo felsgekrönt und firnbedeckt der Dachstein niedergrüßt,
die Enns durchs grüne Steirerland vorbei an Schladming fließt,
dort sind wir einig jung und alt, das Mädel wie der Knab',
dort pflegen wir im Turnverein den Geist, den Meister Jahn uns gab.
Wir turnen Barren, wir turnen Reck, wir Schwimmen durch die Wasser keck,
wir stoßen Stein, wir laufen im Freien, wir klettern durch die Felsen weg
und wenn wir wandern, gibt uns alle Zeit der deutsche Liederkranz
ein fröhliches Geleit, marschieren frisch, fromm, froh und frei
durch Österreichs Gaue frisch, fromm und frei.

Schlagt uns die Feierstunde, ziehn wir zum Turnplatz hin,
denn nur die Trägen, Faulen bleiben in der Stube drin.
Wir stärken unsere Jugend auf grünen Rasen Plan
und lehren deutsche Jugend vom alten Meister Jahn.
Wir turnen Barren, wir turnen Reck, wir schwimmen durch die Wasser keck
Wir laufen im Freien, wir stoßen Stein und klettern durch die Felsen weg
und wenn wir wandern, gibt uns alle Zeit der deutsche Liederkranz
ein fröhliches Geleit, marschieren frisch, fromm, froh und frei
durch Österreichs Gaue frisch, fromm und frei!

Dieses Lied wurde zur Fahnenweihe im Jahre 1921 zum erstenmal gesungen.

 

Kurze Chronik des ATV-Schladming von 1892 bis zur 100-Jahr-Feier im Jahre 1992:
im Jahre 1992 anlässlich der Herausgabe einer Festschrift verfasst vom Ehrenmitglied Ernst Eberherr

Der Allgemeine Turnverein Schladming gilt als Nachfolgeverein des einstigen "Deutschen Turnvereines Schladming", der zurZeit seiner Gründung dem seit 1901 bestehenden Turnkreis Stejermark, später dann dem Deutschen Turnerbund (1919) angehörte. Wie viele andere Turnvereine wurde auch   unser Verein 1933 behördlich aufgelöst und sein Vermögen für verfallen erklärt. Im Jahre 1949 wurde dann der Verein als "Allgemeiner Turn- und Sportverein Schladming wiedergegründet und dem ASVÖ-Dachverband als Mitglied zugeführt. Seit Gründung des ÖTB gehörte der Verein auch diesem bis vor kurzem an.

Bereits im Jahre 1892 wurde in Schladming geturnt. Der "Biertarzer" (Finanzbeamte) Franz Prangl gründete eine Riege, in der zehn Turner auf selbstgefertigten Geräten Leibesübungen betrieben. Um die Jahrhundertwende wur­de dann der "Deutsche Turnverein Schladrning" gegründet und zu dessen Obmann Lehrer Reiterer, der schon der Turner-Riege angehörte, gewählt. Turnwart war Franz Prangl. Hatte die Turnriege im ehemaligen Atelier des akad. Malers Witmer, in einem aufgelassenen Hammerwerk am Talbach geturnt, so fanden sich nun die wackeren Mannen in verschiedenen Wirtshäusern, nicht zum fröhli­chen Umtrunk, sondern zu ernster Arbeit ein, bis dann im das alte Sudhaus (heute Gasthof Brunner) erworben und ein Jahr später zu einer Turnhalle ausgebaut wurde. Im Jahre 1911 veranstaltete der Verein ein Bezirks­turnfest in Schladming. Große und berechtigte Freude herrschte im Jahre 1921, als der Verein eine Fahne erhielt, die anläßlich eines Turnfestes am Hauptplatz enthüllt wurde. Diese Fahne wird heute noch dem Verein vorangetragen, wenn Turnfeste besucht oder Turnvereinsmitglieder auf ihrem letzten Weg begleitet werden.

So wie der Verein seine mitunter wechselvolle Geschichte hat, so hat sie auch diese Fahne: Als im Jahre 1933 der Verein verboten wurde, nahm Turnbruder Bertl Kraiter diese an sich und verwahrte sie an einem sicheren Ort. Und als dann der Verein wieder erstand, entrollte er das drei­farbige Fahnentuch und gab das Banner wieder dem Verein zurück. Ehrenfähnrich Bertl Kraiter ist der Verein zu Dank verbunden. Zwei Jahre nach Kriegsende, im Jahre 1947, wurde in Schladrning der "Union-Turn- u. Sportverein Schladming" ins Leben gerufen. Der Neugeborene hatte jedoch nie eine turnerische Tätigkeit entfaltet und löste sich im Oktober 1949 wieder auf. Einen Monat später kam es dann zur Gründung des "Allgemeinen Turn- und Sport­vereines Schladming". Das Wort "Sportverein" wurde dann später statutengemäß aus der Vereinsbezeichnung heraus­genommen.

Da der Turnsaal während des Krieges zweckentfremdet war, wurde zur Instandsetzung desselben geschritten und der Turnboden mit viel Mühen und Kosten wieder herge­richtet. Hier muß eingefügt werden, daß es der Turnverein war, der nach dem Brande im Jahre 1931 sofort die Initiative ergriff und zum Bau einer neuen Turnhalle schritt, die noch lange den Turnenden eine Bleibe bot. Der Name der beiden Turnbrüder Willibald Vitzthum und Viktor Derkogner dürfen in diesem Zusammenhang nicht ver­schwiegen werden, denn ihnen verdankte die Stadt diese Turnhalle.  

Durch den Anbau der Hauptschule und Volksschule an die Turnhalle und des immer stärker werdenden Turnbetriebes des ATV und des Schulturnens wurde die Turnhalle zu klein. So stellte Tbr. Mag. pharm. Hansjörg Ottowitz im Jahre 1972 im Turnrat den Antrag zum Bau einer neuen Turnhal­le. Diese Halle solle alle Anforderungen des Turnbetriebes erfüllen wie: Hallenhandball, Volleyball, Prellball, Hallen­tennis sowie das gesamte Geräteturnen für den Turnverein und das Schulturnen ermöglichen. Nach zweijähriger Vor­arbeit konnte 1975 mit dem Bau der Turnhalle begonnen werden. Im Mai 1977 konnte die Halle bereits eröffnet werden und wurde Dachstein-Tauern-Halle des ATV Schladming benannt. Die Halle konnte mit der tatkräftigen Unterstützung des Landes Steiermark, Landeshauptmann­stellvertreter Franz Wegart, der Stadtgemeinde Schladming, Bürgermeister OSR Dir. Hans Ainhirn und Bürgermeister LAbg. Hermann Kröll, dem Bundesministerium für Unter­richt, der Landessportorganisation ASVÖ, sowie mit Eigen­mitteln des A TV errichtet werden. Für den Bau zeichneten verantwortlich: der Vereinsobmann und heutige Ehren­obmann Willi Henöckl, der Bau-Ausschuß unter dem Bau-Ausschuß-Obmann Mag. pharm. Hansjörg Ottowitz, er setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Steuer­beratung: Rudolf Feilenreiter, Planung und Bauberatung: Ing. Georg Bliem, Finanzen: Dir. Franz Kalteis und Lutz Redtenbacher, Rechtsberatung: Dr.Roger Haarmann sowie Mitglied des Bauausschusses und Ehrenmitglied Lad Seibetseder. Dem Kontroll-Ausschuß gehörten Tbr. Hel­mut Wieser, Ehrenmitglied Ernst Eberherr und Turnbruder Detlef Michel an. Die Halle dient heute nicht nur dem Tumbetrieb, sondern auch als Mehrzweckhalle steht sie jedermann zur Verfügung. Verwaltet wird die Halle von der Dachstein- Tauern-Betriebs-GmbH. Gesellschafter sind: Stadtgemeinde Schladming, der Allgemeine Turnverein Schladming, der Verkehrsverein Schladming, der Winter­sportverein und der Österreichische Alpenverein, Sektion Schladming. Verantwortlich für die Betriebs-GmbH ist Dir. Heinz Lang.

Mit der Dachstein- Tauern-Halle hat nun Schladming ein Zentrum für den Turnbetrieb und für den Sport, eine Mehr­zweckhalle, die der ganzen Region zur Verfügung steht. Am 10. und 11. März 1984 wurden vom ATV Schladming zum zweiten Mal die ÖTB Bundes-Schimeisterschaften mit 250 Teilnehmern durchgeführt. Anläßlich dieser Veranstaltung wurde eine Erinnerungstafel mit den Namen der Erbauer der Dachstein- Tauern-Halle angebracht und enthüllt. Am 15. Juni 1984 übernahm Tbr. Dr. Walter RadI die ObmannsteIle von Tbr. Helmut Baier. Der neue Obmann erweiterte den Turnbetrieb urn eine neue Sparte, und zwar das Mutter-Kind- Turnen, welches sich großer Beliebtheit erfreut. Am 1. und 2. Juni 1985 wurde in der Dach­stein-Tauern-Halle der lnt. Volleyball Alpencup mit sechs teilnehmenden Nationen durchgeführt. Am 15. 12. 1985 wurde eine neue Vereinsfahne anläßlich der Julfeier ge­weiht und übergeben. Die neue Fahne wurde genau der Traditionsfahne nachgemacht. Seit Sommer 1986 hat der ATV eine Ballettschule in sein Turnprogramm aufgenom­men. Der Allgemeine Turnverein hatte die Ehre, vom 28. - 31. Mai 1987 die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Kunst- und Geräteturnen in Schladming um den Schladminger Bergkristall durchzuführen. Auch jetzt im Jubiläumsjahr 1992 hat der Allgemeine Turnverein Schladming wieder die ehrenvolle Aufgabe, die Staats­meisterschaften im Kunst- und Geräteturnen vom 22. - 25. Oktober zu gestalten. In den Jahren 1991 und 1992 wurde die Dachstein-Tauern-Halle großzügig um einen Geräte­raum erweitert und die Halle zur Gänze saniert. 

Wenngleich sich vieles im Getriebe des Vereines geändert haben mag, gleich geblieben ist der Geist und die Freude zum Turnen, die Liebe zu Heimat und Volk. So möge denn der ATV Schladming, an der Spitze Turnbruder Dr. Walter Radi als Obmann mit einem Stab von Mitarbeitern getrost in die Zukunft schreiten, denn solange Idealisten atmen, darf uns nicht bange sein.

 

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